Südstadt

Bericht zum Ortsbeirat Südstadt vom 02.04.2026

Schrödingers Baugebiet oder vom fulminanten Ende eines Experiments

Ich hoffe, Sie hatten schöne Osterfeiertage und haben auch wirklich jedes Ostereier in seinem Versteck gefunden.

In der Aprilsitzung des Ortsbeirats konnten wir uns – wie ursprünglich im März geplant – mit dem Neubau eines Wohnblocks in der Ernst-Haeckel-Straße 12a/12b beschäftigten. Dabei handelt es sich um besagtes Gebiet, auf dem irgendwie oder irgendwie auch nicht gebaut wird (siehe Ortsbeiratsbericht Juni 2025). Nachdem letztes Jahr die Fernwärmeleitung umverlegt wurde, wir wie gebannt auf den Bauantrag gewartet hatten, wurde uns dieser im März/April dieses Jahres endlich vorgelegt. Der Bauherr Terra 12 GmbH errichtet auf der Fläche ein 5-stöckiges Wohngebäude mit 20 Wohnungen, 20 Parkplätzen sowie 80 Fahrradstellplätzen mit einem Gesamtwert von ca. 2 Millionen Euro. Da der Bauherr bei unserer Märzsitzung nicht anwesend sein konnte, hatten wir ihn zu dieser Sitzung erneut eingeladen, damit er den Anwohnerinnen und Anwohnern Rede und Antwort stehen konnte. Gesagt, getan und es konnten zumindest einige Fragen geklärt werden: Es wird eine ökologische Baubegleitung mit Hinblick auf die ansässigen Vögel sowie Kleintiere geben; der Bauherr hat zugeischerten, den Anwohnerinnen und Anwohnern eine Bauablaufplanung zur Verfügung zu stellen und für die Fällung einer Reihe von Bäumen wird mit einer Reihe von Neupflanzungen auf dem gleichen Grundstück ausgeglichen. Auch die Antwort auf die Frage nach der Art des Wohnraumes war von Interesse. Dabei entstehen 4-Raum-Wohnungen, die für Familien angedacht sind und es wird sich prinzipiell um Eigentumswohnungen handeln. Theoretisch besteht auch die Möglichkeit, dass es doch Mietwohnungen werden, jedoch hängt das auch von der nachfrage nach den Eigentumswohnungen ab.

Den Aspekt, der für den größten Unmut bei den Anwohnerinnen und Anwohnern, sorgt, konnte der Bauherr allerdings nicht ausräumen: die Verschattung. Da das Gebäude nur 20m vom anderen Gebäude entfernt ist, wird auf letzteres unweigerlich ein Schatten geworfen. Dennoch hält der Bauherr die baurechtlichen Vorgaben alle ein und damit ist sein Bauvorhaben rechtens. Genau deshalb besteht für den Ortsbeirat auch kein weiterer Handlungsspielraum, um den Betroffenen zu helfen.

Das Experiment zu Schrödingers Baugebiet ist also mit einem Knall zu Ende gegangen und wir kennen jetzt die eindeutige Antwort (im Gegensatz zur Katze, die ja gleichzeitig zu 50% lebendig und zu 50% tot ist): Es wird definitiv gebaut. Dafür hat der Bauherr unwiderruflich den Unmut der Anwohnerinnen sowie Anwohner auf sich gezogen.

Anschließend haben wir uns noch mit der Ersten Sportentwicklungsplanung der Hansestadt Rostock beschäftigt, die in Zukunft zur Steuerung der Sportpolitik in Rostock dienen soll. Dazu wurde eine umfangreiche Studie (bei Interesse ist die Studie als Dokument bei der Tagesordnung vom 02.04.2026 unter folgendem Link zu finden: https://ksd.rostock.de/bi/to010?SILFDNR=1012523&refresh=false) zu den Sportstätten, dem Bewegungsverhalten sowie den Vereinsstrukturen in Rostock durchgeführt. Die wesentlichen Erkenntnisse können kurz zusammengefasst werden: Die Rostocker und Rostockerinnen zeigt eine höhere sportliche Aktivität als der Landes- oder Bundesschnitt; die Vereinsmitgliederzahlen bei Kindern/Jugendlichen sowie Senioren/Seniorinnen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und die Menschen üben eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Sportarten aus, wobei der Trend dazu tendiert, dass die Menschen ihre sportlichen Aktivitäten außerhalb von Sportvereinen ausüben. Aus diesen Erkenntnissen soll die Oberbürgermeisterin Maßnahmen in den Bereichen

  • Zielgruppen-, Angebots- und Organisationsstrukturen,
  • Kommunikation, Kooperation und Netzwerke,
  • Räumliche Infrastruktur und Sportgelegenheiten

entwickeln. Die Sportentwicklungsplanung soll dann alle 10 Jahre aktualisiert werden, um demografische, sportliche sowie gesellschaftliche Entwicklungen zu berücksichtigen.

Also: Sport frei!

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