Südstadt

Bericht zur Ortsbeiratssitzung Südstadt vom 03.09.2026

Auf hundert Bänken darfst du sitzen

In unserer ersten Sitzung nach der Sommerpause, die diesmal im Saal 3 der Stadthalle stattfinden durfte, haben wird uns zuallererst mit verschieden Anträgen bzw. Anliegen zum Thema Bänke beschäftigt.

Uns lag nämlich ein Antrag vor, der die Oberbürgermeisterin dazu auffordert, bis April 2027 ein Konzept vorzulegen, welches sich mit der Aufstellung von 100 neuen Bänken über das gesamte Stadtgebiet beschäftigt. Die entsprechenden Standortvorschläge sollen mit den Ortsbeiräten sowie dem Seniorenbeirat abgestimmt werden. Angestrebt ist, das Projekt aus dem Doppelhaushalt 2028/2029 zu finanzieren. Sofern bereits 2027 erste Bänke errichtet werden könnten, sollten diese – falls möglich – aus dem laufenden Haushalt finanziert werden. Dazu lag uns noch ein Änderungsantrag vor, der die Verwaltung bei der Erstellung des Konzeptes dazu auffordert, zu prüfen, inwieweit an den vorgeschlagenen neuen Standorten gleichzeitig Mülleimer installiert werden können. Da wir beide Anträge für sehr sinnvoll erachten, haben wir ihnen mit großer Mehrheit zugestimmt.

Dann waren zwei Bürger ans uns herangetreten, die uns baten, die Bank im Schatten am Weg zwischen der Ziolkowskistraße 11b und 12 versetzen zu lassen. Es käme infolge der Nutzung der Bank zu intensiven, diversen Formen der Belästigung. Nach einer Diskussion hat der OBR die Bitte aus verschiedenen Gründen abgelehnt:

  1. ist diese Bank, die einzige zwischen Kaufland und der Ziolkowskistraße, die sich im Schatten befindet, was insbesondere während Hitzewellen wichtig ist
  2. befinden sich gut 20 Meter weiter entlang desselben Weges zwei weitere Bänke, die Menschen würden vermutlich auf die anderen Bänke ausweichen, ohne dass sich die Situation trotz Bankverschiebung verbessern würde
  3. befinden sich direkt am entsprechenden Wohnhaus ebenfalls Sitzmöglichkeiten, auf die ausgewichen hätte werden können, wenn wir die Bank versetzen lassen hätten, dementsprechend wäre das Problem wahrscheinlich nicht gelöst gewesen.

Vielleicht wichtigtes Thema war die Entscheidung zum Abwägungs- und Satzungsbeschluss zum B-Plan Wohn- & Sondergebiet am Südring (Groter Pohl). Eine kurze Zusammenfassung der Inhalte des B-Planes finden Sie im OBR-Bericht vom September 2025. Jetzt ging es nur darum die verschiedenen Stellungnahmen der Ämter, Behörden sowie von Bürgerinnen und Bürgern abzuwägen. Letztere erhoben insbesondere Einwände hinsichtlich Natur-, Umwelt- sowie Klimaschutzaspekten. Am Ende einer leidenschaftlichen Diskussion hat der OBR dem Beschluss zugestimmt, auch weil die Bürgerschaft dem Abwägungs- und Satzungsbeschluss voraussichtlich am 07.10.2026 sowieso zustimmen wird. Einige Bürgerinnen und Bürger wollten noch eine Bürgerbeteiligung vor dem Satzungsbeschluss erreichen, jedoch ist dies rechtlich gar nicht möglich. Die einzige Möglichkeit der Bürgerbeteiligung wäre eine bei der Umsetzung des B-Planes. Diese Form der Bürgerbeteiligung hat der OBR mit großer Mehrheit nochmal protokollarisch gefordert.

Anschließend haben sich Vertreter und Vertreterinnen von Stadtgespräche e.V. vorgestellt. Sie sind Mitglied in einem Netzwerk, dass sich für Standorte für Graffitiwände in Rostock einsetzt. Ziel des Netzwerkes ist, Gestaltungs- und Begegnungsorte für junge Erwachsene sowie Jugendliche zu schaffen, an denen sie legal Graffitis sprühen können. Die Sprayer würden gemeinsam Nutzungsregeln für diese Flächen vereinbaren und im SBZ wäre ein Verantwortlicher angesiedelt, der die Einhaltung der Regeln regelmäßig kontrolliert. Man hat bereits positive Erfahrungen sammeln können, denn die Sprayer halten sich in der sehr großen Mehrheit an diese Regeln. Ähnliche Projekte gibt es nämlich bereits in anderen Städten und anderen Stadtteilen Rostocks. Im Zuge derer man zudem sehr gute Erfahrungen hinsichtlich der Verringerung illegaler Graffitis an Hauswänden oder sonstigen Orten gemacht hat. Es wurden bereits einige Vorschläge für Flächen in der Südstadt gemacht, die jetzt geprüft werden. Darunter sind z.B. der Tunnel in der Schwaaner Landstraße oder auch die Turnhalle der KGS. Da die Graffitis sehr kurzlebig sind, d.h. nach einer gewissen Zeit einfach übersprüht werden, bedarf es nicht immer wieder neuer Flächen, sondern eine kleine fest definierte Anzahl ist vollkommen ausreichend.  

Zum Schluss konnten wir noch ein Antrag für das OBR-Budget bewilligen. Das SBZ bat um ca. 415 Euro, um in ihrem Standort Pumpe die Bühnenvorhänge nach über 20 Jahren endlich mal wieder zu erneuern.

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