Bericht zum Ortsbeirat Biestow, 19.05.2026
Am 19.05. wurde es ernst: Der Abwägungsbeschluss zum B-Plan Nobelstraße wurde im Ortsbeirat diskutiert. Eine gut besuchte und lebhaft diskutierte Sitzung war somit vorprogrammiert.
Gleich zu Beginn der Sitzung informierte die Ortsbeiratsvorsitzende darüber, dass in der Hansestadt Rostock die Entscheidung zur Verteilung des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität ansteht. Ein besonderer Fokus liegt auf den Ertüchtigungen von Schulen und dem Zoo. Biestow geht hier, wie auch viele andere Stadtteile außerhalb des Zentrums, komplett leer aus. Auch fällt auf, dass Projekte, die durch die Stadt eh im eigenen Haushalt realisiert werden, in das Sondervermögen umgeschaufelt wurden, um im städtischen Haushalt für Entlastung zu sorgen.
Bei den Beschlussvorlagen starteten wir mit der Vorstellung der Ersten Sportentwicklungsplanung der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, die stadtweit ein neues Konzept ausrollt. Für den Stadtteil Biestow ist das Konzept nur indirekt relevant, da der Stadtteil zum Bewertungsfeld „Mitte“ zugeordnet wurde: Die angrenzenden Anlagen im Damerower Weg und in der Südstadt sind die nächstgelegenen Flächen. Im Kern analysiert das Papier den Ist-Zustand in Rostock und gibt Empfehlungen für die zukünftige Steuerung der kommunalen Sportentwicklung vor. Sie bildet die Basis für sportpolitische Entscheidungen sowie für die Priorisierung zukünftiger Investitionen in die Sport- und Bewegungsinfrastruktur. Bisher hat Biestow keine regulären Sportanlagen. Denkbar wäre aber die Errichtung dezentraler Angebote – Im Ortsbeirat gab es in der nahen Vergangenheit bereits Anregungen, die u.a. die Ermöglichung einer Tischtennisplatte. Sehr offen zeigte sich die Verwaltung für Vorschläge von niedrigschwelligen Angebote aus der Mitte des Ortsbeirates, um im Rahmen der künftigen Planungen konkrete Maßnahmen im Stadtteil zu finden. Hierzu sind Hinweise aus der Bevölkerung sehr wertvoll: Daher gerne in den kommenden Sitzungen des OBRs vorbeikommen und eigene Ideen vorstellen. Die Mehrheit nahm den Aufschlag der Verwaltung an.
Deutlich kritischer wurde es dann bei der Vorstellung des Abwägungsbeschlusses zum B-Plan Nobelstraße. Zur Erinnerung: Eine politische Mehrheit der Hansestadt spricht sich für die Schaffung von Wohnraum aus – Nahezu alle Fraktionen der Bürgerschaft unterstützten im Jahr 2025 den Beschluss zur öffentlichen Auslegung des B-Plans und lehnten sämtliche Ändeurngsanträge des Ortsbeirats Biestow ab.
Im Zuge der Auslegung gingen viele Hinweise und Anregungen aus der Bevölkerung ein, die im Zuge der Abwägung innerhalb der Verwaltung überwiegend abgelehnt wurden: 25 Stellungnahmen gingen aus der Bevölkerung ein. Die Stellungnahmen fokussierten sich auf einige grundsätzliche Fragen der Bebauung:
- Der Bezug zum Denkmalbereich Biestow: Es herrschte Sorge, dass die Ortsbildprägende Dorfkirche nicht mehr sichtbar wäre.
- Der „Übergang“ zwischen Bestand und B-Plan, inklusive Gebäudehöhen. Vor allem die Verschattung der Bestandsgebäude im Sildemower Weg wurde sehr kritisch hinterfragt. Position der Verwaltung ist hier: Die Verschattung an die Grenze des Wohngebäude wird als Orientierungswert angesehen. Dass das Grundstück „zwischen“ Bestandsgebäude und neuem B-Plan durchaus beschattet wird, ist nur bedingt Teil der Betrachtung. Die Rückfrage aus der Bevölkerung wurde in der Art beantwortet, dass aufgrund des eingefügten Radweges von einem Abstand zwischen Grundstücksgrenze und Neubauten von etwa 15 Metern auszugehen ist.
- Lärmschutz in Richtung B-Plan Papendorf: Die Verwaltung gibt offen zu, dass Anlieferzone und Ausrichtung des Discounters in Papendorf noch offen ist. Der Schutz gegen zu viel Lärm kann erst im Zuge eines Bauantrages wirksam werden, nicht aber im B-Plan. ABER: Selbst wenn eine Beauflagung in Sachen Lärmschutz durch die Verwaltung diskutiert wird, geht das Thema nicht mehr in den Ortsbeirat Biestow. Rechtsmittel gegen diese Entscheidung können dann nur noch Privatpersonen einlegen.
- Anschlüssigkeit der Wege: Der Rostocker Radweg musste aufwändig umgelegt werden und schließt nun am P&R an sein Gegenstück aus Papendorf an: Statt durch das Papendorfer Gebiet zu führen, wird er nun von Norden aus in das Gebiet fortgeführt. Die nördliche Hauptstraße findet zwar eine Fortführung im B-Plan Papendorf, zieht sich aber nicht in Richtung Discounter, sondern biegt nach Süden ab. Der Weg führt de facto einmal komplett um den Discounter rum. Ferner setzt Rostock einen beidseitigen Gehweg zu dieser Hauptstraße an, während Papendorf nur einseitig den Fußweg realisiert.
Der Ortsbeirat votierte mit großer Mehrheit gegen die Beschlussvorlage. Ich votierte als Einziger dafür. Nicht, weil ich von dem B-Plan überzeugt bin. Sehr wohl aber, weil eine konstruktive Begleitung des weiteren Prozesses aus meiner Sicht zielführender ist, als in Opposition zu gehen oder aus kurzsichtigen Wahlkampfmanövern falsche Hoffnungen zu wecken. Die Bürgerschaft entscheidet auf ihrer Juli-Sitzung. Die Rechtskraft liegt erst nach Bekanntmachung des Satzungsbeschlusses vor, womit im Herbst ein gültiger B-Plan vorliegt.
Im Bereich des Budgets des Ortsbeirates wurde das beim letzten Mal diskutierte Konzert erneut zur Abstimmung gestellt. Beim letzten Mal lag das Problem vor, dass der städtische Haushalt noch nicht freigegeben war und der Antrag einen späteren Zeitpunkt der Konzerte ansetzen musste. 1.500€ ging an das Vorhaben, unterstützt durch einen einstimmigen Beschluss des Ortsbeirates.
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